Faralda ist eine dieser Unterkünfte, die die eigene Vorstellung davon, was ein „Hotel“ sein kann, komplett verschiebt. Statt eines klassischen Gebäudes checkst du in ein Stück Amsterdamer Industriegeschichte ein: den NDSM-Kran 13, hoch über dem IJ in Amsterdam-Noord. Der Reiz liegt nicht nur in der Aussicht – auch wenn sie kaum zu übersehen ist –, sondern in dem Gefühl, in Stahl, Nieten und Ingenieurskunst zu schlafen, während die Stadt unten weiterläuft.
Das Crane Hotel Faralda liegt am NDSM Wharf, einem ehemaligen Werftgelände, das sich zu einem kreativen, eventreichen Viertel entwickelt hat – ohne seinen rauen, industriellen Charakter zu verlieren. Der Kran selbst ist ein Wahrzeichen aus Amsterdams maritimer Vergangenheit: in den 1950er-Jahren gebaut, jahrzehntelang auf dem Werftgelände genutzt und nach 1984 zunächst stillgelegt, bis ein Restaurierungsprojekt ihn wieder in die Stadt zurückbrachte. Das Hotel eröffnete 2014, nachdem der Kran 2013 nach Amsterdam zurückgekehrt war – die Geschichte vom „umgebauten Kran“ ist also kein Mythos, sondern lässt sich zeitlich sauber nachvollziehen.
Die Adresse lautet NDSM-Plein 78, 1033 WB, Amsterdam, und der Standort ist Teil des Erlebnisses. Du bist nicht im Grachtengürtel, sondern in einer Gegend, in der containerartige Weite, Street Art und Wasserblick zum Alltag gehören. Genau dieser Kontrast ist für viele der Grund, Faralda zu wählen: Amsterdam – nur ohne das übliche Postkarten-Framing, und dabei überraschend privat, selbst wenn die Stadt voll ist.
Faralda versteht sich zudem als Konzept mit Fokus auf Privatsphäre. Offiziell wird es als nicht öffentliches, nur auf Einladung zugängliches Stay beschrieben, bei dem Anfragen direkt und Verfügbarkeiten kontrolliert gehandhabt werden. Praktisch kann es – je nach Datum und Kontingent – dennoch über bekannte Buchungskanäle auftauchen. Realistisch ist es daher, die Verfügbarkeit als begrenzt und variabel einzuplanen, nicht als selbstverständlich.
Die zentrale Zahl ist die Höhe. Häufig wird der Kran mit rund 50 Metern (etwa 164 Fuß) angegeben – und diese Dimension beeinflusst alles: die Fahrt im Lift, den Wind, den man nachts wahrnimmt, sogar die Art, wie man an das Hinaustreten denkt. Wer mit Höhen kein Problem hat, erlebt das als ruhigen, erwachsenen Nervenkitzel. Wer empfindlich ist, kann Faralda als herausfordernd empfinden – es gibt keinen „normalen Gebäudepuffer“ zwischen dir und der Tiefe.
Auch die Anreise ist Teil der Praxis. Vom Amsterdamer Hauptbahnhof ist die einfachste Route die kostenlose Fähre nach NDSM (kurz, häufig, unkompliziert) und anschließend ein Spaziergang über das Gelände. Wer mit dem Auto kommt, sollte mit begrenzten, kostenpflichtigen Parkmöglichkeiten in der Nähe rechnen – an Veranstaltungstagen ist das der größte Unsicherheitsfaktor. Am besten plant man die Ankunft eher wie bei einer Event-Location als wie bei einem großen Stadthotel an einer Hauptstraße.
Wer hat am meisten Freude daran? Menschen, die einen Anlass feiern, Reisende mit Sinn für Design und Geschichte – und alle, die möchten, dass die Unterkunft selbst ein Ziel ist. Weniger ideal ist Faralda für alle, die viele Inhouse-Einrichtungen, eine Lobby-Atmosphäre oder die unkomplizierte Anonymität eines großen Hotels suchen.
Faralda hat drei Suiten – nicht mehr – und jede ist als Duplex über zwei Ebenen gestaltet. Der Grundaufbau ist ähnlich: ein großzügiger Wohnbereich, ein separates Schlafzimmer mit Kingsize-Bett und designorientierte Bäder. Die geringe Zimmerzahl ist kein Marketingtrick, sondern eine bauliche Konsequenz des Krans – und ein wesentlicher Grund, warum sich der Aufenthalt ruhig und abgeschirmt anfühlt.
Oft werden die Suiten mit den Namen Free Spirit, Secret und Mystique geführt. Unabhängig von den Bezeichnungen ist entscheidend, dass jede Suite auf ein kuratiertes, künstlerisches Erscheinungsbild setzt, statt auf klassische „Luxus-Minimalistik“. Man kann mit mutigen Entscheidungen rechnen, mit Objekten, die gesammelt wirken statt aus einem Set gekauft – und mit dem Eindruck, dass die Innenräume bewusst so gestaltet wurden, dass sie im Gedächtnis bleiben.
Auch beim Preis hilft eine klare Einordnung. Faralda kommuniziert seine Raten häufig als etwa 1.000 € und aufwärts pro Suite und Nacht, je nach Datum. Das ist eher ein „Anlass-Aufenthalt“ als ein spontanes Wochenendhotel – und genau so sollte man es kalkulieren, denn der Wert entsteht aus Seltenheit, Kulisse und der Tatsache, dass es in unmittelbarer Nähe nichts Vergleichbares gibt.
Ein Signaturmerkmal von Faralda ist der Jacuzzi auf dem Dach (teils als Spa-Pool beschrieben). Das ist kein beliebiger „Hot-Tub“-Zusatz, sondern ein Aussichtspunkt im warmen Wasser, hoch über der Stadt, mit Blick über das IJ und die Skyline von Amsterdam. Das Wetter spielt dabei eine große Rolle – Wind und Regen ändern die Stimmung schnell. Am besten versteht man es als Bonus, der bei passenden Bedingungen zum Highlight werden kann.
Weil der Kran eine Konstruktion und kein klassisches Gebäude ist, fühlen sich auch Kleinigkeiten anders an: Geräusche verhalten sich anders, der Lift gehört zur Story, und die Trennung von der Stadt wirkt deutlicher. Selbst einfache Momente – Kaffee machen, Musik an, am Fenster stehen – haben dieses leise „Wie kann das ein Hotel sein?“-Gefühl. Das ist der emotionale Kern, den Faralda liefert.
Gleichzeitig sollte man ehrlich mit den Komforterwartungen umgehen. Luxus bedeutet hier vor allem Design, Exklusivität und Raum – nicht eine lange Liste an Einrichtungen vor Ort. Der Aufenthalt funktioniert am besten, wenn man wegen der Kulisse und der Erzählung kommt und Essen sowie Erkundungen in Amsterdam bewusst außerhalb plant.

Am klügsten plant man Faralda, wenn man zuerst festlegt, was der Aufenthalt sein soll. Geht es um einen Antrag, ein Jubiläum, einen Geburtstag oder eine seltene „einmal gönnen“-Nacht, lohnt sich ein Termin, bei dem man früh ankommt, das Tempo rausnimmt und die Suite wirklich nutzt – statt nur darin zu schlafen. Die Kulisse belohnt Zeit: Sonnenuntergang, Nachtlichter und früher Morgen wirken aus demselben Fenster jeweils völlig anders.
Da die Verfügbarkeit begrenzt sein kann, hilft Flexibilität. Wenn die Reisedaten fix sind, lohnt es sich, früh zu schauen und bei Bedarf Wochentage in Betracht zu ziehen, falls Wochenenden ausgebucht wirken. Wer rund um Veranstaltungen am NDSM Wharf plant, sollte einkalkulieren, dass es lebhafter werden kann – das gehört zum Charme, beeinflusst aber Parken und den Rhythmus draußen.
Nach dem Abstieg auf Bodenniveau ist NDSM ein praktischer Ausgangspunkt, um Amsterdam-Noord zu erleben und dennoch schnell ins Zentrum zu gelangen. Die kostenlose Fährverbindung macht den Wechsel erstaunlich mühelos – so kann man tagsüber klassisches Amsterdam erkunden und abends in eine Umgebung zurückkehren, die sich deutlich abseits des typischen Besucherstroms anfühlt.
Packs mit Blick auf die Höhe. Wenn dich Windgeräusche stören, nimm Ohrstöpsel mit. Wenn du den Jacuzzi auf dem Dach nutzen willst, hilft eine unkomplizierte „Bademantel“-Haltung – hier möchtest du vor Ort nicht über Kleinigkeiten nachdenken. Und weil du in einem Kran bist, ist leichtes Gepäck deutlich angenehmer als mehrere schwere Taschen.
Plane Essen bewusst. Faralda ist am besten, wenn du vorher entscheidest, ob du einen „drin bleiben“-Abend mit Snacks und Getränken möchtest oder lieber in Amsterdam essen gehst. Beides funktioniert – unangenehm wird es nur, wenn man hungrig ankommt und spontan improvisieren muss, während es in der Gegend rund um Events voll sein kann.
Zuletzt: Erwartungen mit Mitreisenden abgleichen. Faralda ist kein Standardhotel und versucht das auch nicht zu sein. Wenn dir eine story-getriebene Unterkunft in einem markanten Bauwerk wichtig ist – mit Privatsphäre, Aussicht und Anlassgefühl –, passt es sehr gut. Wenn du dagegen eine klassische Fünf-Sterne-Routine mit vielen Einrichtungen suchst, kann es eher wie eine außergewöhnliche, schöne Besonderheit wirken als wie der perfekte „Allround“-Fit.